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Matthew Carter (* 1937) ist ein britischer Schriftdesigner. Seine Karriere begann in den frühen 1960er Jahren und umfasste alle 3 wichtigen Technologien des Schriftdesigns: physische Schriften, Fotosatz und digitales Schriftdesign sowie die Gestaltung individueller Beschriftungen.

Carters meistverwendete Schriften sind die klassischen Web-Schriften Verdana und Georgia und die Windows-Oberflächenschrift Tahoma sowie weitere Entwürfe wie Bell Centennial, Miller und Galliard.

Biografie

Carter wuchs in London als Sohn von Harry Carter (1901 - 1982), einem Buchgestalter und späteren Druckhistoriker, auf. Seine Mutter arbeitete in der Anfertigung von maßstabsgetreuen Zeichnungen.

Nach der Zulassung zum Studium der Anglistik an der Universität Oxford 1955 nutzte er die verbleibende Zeit bis Studienbeginn zu einem Praktikum (vermittelt durch seinen Vater) bei der Schriftgießerei und Druckerei Johannes Enschedé en Zonen in Haarlem, Niederlande.
Enschedé ist ein äußerst langlebiges Unternehmen mit einer langen Geschichte im Druckbereich, das in der Vergangenheit konservative, aber beliebte Buchschriften geschaffen hat. Carter lernte bei P. H. Rädisch das manuelle Stanzen, die Methode zur Herstellung von Gussformen für Metallschriften. Carter ist einer der letzten Menschen in Europa, die formal in dieser Technik ausgebildet wurden und sie noch heute anwenden.

Carter genoss diese Erfahrung, verzichtete auf ein Studium, und arbeitete freiberuflich als Buch- und Schriftgestalter.

1963 arbeitete er als typografischer Berater für den britischen Fotosatzmaschinen-Hersteller Crosfield Electronics. Bei einer Zusammenarbeit mit Deberny & Peignot in Paris lernte er Adrian Frutiger kennen.

Werk

1965 zog er in die USA um und arbeitete für die nächsten sechs Jahre als Schriftentwickler bei der Mergenthaler Linotype Company in Brooklyn, New York City und anschließend als freiberuflicher Schriftdesigner für verschiedene Linotype-Gesellschaften in den USA und Europa.

Carter lehrt seit 1976 Grafikdesign an der Yale Universit und entwarf auf Wunsch von John Gambell, dem Drucker der Universität, die Hausschrift der Universität, Yale. Carter sagte, dass er sich bei der Gestaltung einer Schrift zum ersten Mal mehr auf die Groß- als auf die Kleinbuchstaben konzentrierte, da er wusste, dass auf den Gebäudeschildern in Großbuchstaben geschrieben werden würde.

Matthew Carter war 1981 Mitbegründer der Schriftenfirma Bitstream Inc. in Cambridge (Massachusetts) – in den 1980er Jahren ein bekannter Anbieter qualitativ hochwertiger PostScript-Fonts.
1991 verließ er Bitstream mit Cherie Cone. Zusammen betreiben sie seitdem die Carter & Cone Type, Inc., ebenfalls in Cambridge (Massachusetts).

Einige der von Matthew Carter gestalteten Schriften sind:

Für Microsoft gestaltete er die Georgia (mit den Varianten Georgia Ref und MS Reference Serif) und die Verdana (mit den Varianten Verdana Ref und MS Reference Sans Serif sowie den abgeleiteten Fonts Tahoma und Meiryo).

Sieben von Carters Schriften - Bell Centennial, Big Caslon, ITC Galliard, Mantinia, Miller, Verdana und Walker - befinden sich seit 2011 in der ständigen Sammlung des Museum of Modern Art.

Carter zählt neben Hermann Zapf, Adrian Frutiger und Erik Spiekermann zu den Pionieren der Schriftgestaltung für Computer.